Das trag’ ich für die Ewigkeit – Ein Gespräch mit Oda Jaune

Oda Jaune malt Bilder, an denen sie sich nicht satt sehen kann. Auch wenn das mancher bei ihren alptraumhaften Motiven nicht glauben mag, in Oda Jaunes Innenleben ist es warm und sehr friedlich. In Fräulein erklärt sie, dass wir mit dem Tod nicht verlorengehen und warum sie bis in alle Ewigkeit malt.

“Die Erfahrung, endgültig Abschied zu nehmen, habe ich noch nie gemacht. Man ist doch nie fertig mit einem Menschen. Und wenn es eine echte Verbundenheit gab, trägt man ihn immer mit sich. Im Grunde ist das ganze Leben schon von der Geburt an ein langer Abschied. Man erlebt nichts zweimal und kann nicht zurück.”(…)

“Wenn ich wählen dürfte, würde ich am liebsten ganz mysteriös verschwinden. Ich gehe auf eine Weltreise und komme nicht mehr zurück. Auf diese Weise braucht es keine Beerdigung, keinen traurigen Abschied. Alles bleibt offen. Man sagt, der Tod gehöre zum Leben. Gibt es einen Satz, der beruhigender sein könnte? Er gehört dazu und mit ihm geht man zurück zur Natur. Dass man überhaupt am Leben war ist doch ein großes Wunder, eine große Freiheit und gleichzeitig eine große Begrenztheit. Denn als Mensch ist man Materie und Form. Das bringt viele Grenzen mit sich und gleichzeitig ist so vieles möglich. Der Mensch ist das Spannendste am Leben. Ich besitze kein Bild ohne einen Menschen. Es gibt nur eine Ausnahme. Ich habe ein Bild gemalt, auf dem sich eine spritzende ölig-braune auf der Leinwand verteilt. Als wäre gerade jemand in sie hinein gesprungen. Auch dort also die Spur eines Menschen.”(..)

“Ewigkeit ist doch besser als das Leben selbst. Für mich hat Ewigkeit etwas Erhabenes. Sie kennt keine Schwäche, ist nicht verletzlich, kann nicht krank machen, hat keine Fehler. Ewigkeit ist absolut und das ist eine großartig Sache”

Vollständiger Artikel zum Downlaod: “Das trag’ ich für die Ewigkeit – Oda Jaune über den Tod”, Fräulein 07/2012

 



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