Acne, Money and Beautiful Things

Erschienen in: Style & The Family Tunes, 04/2010

(…) Gibt es in der Mode überhaupt noch Platz für wirkliche Utopisten wie Courrèges mit seinen Astronautenanzügen oder Cardin mit seinen zweckentfremdeten Materialien?


Es ist im Moment einfach nicht an der Zeit für eine modernistische Form des Modedesigns. Es gibt viel eher eine Menge neuer Klassizisten. Und das wird sich in den nächsten Jahren nicht ändern.

Identifizieren Sie sich, beruflich gesehen, mit Ihrer Nationalität, also mit dieser viel beschworenen “Swedishness”, die es da draußen gerade gibt? In einem Interview sagten Sie: »Schwedische Mode ist prinzipiell scheiße.
Ich bin Schwede, meine Erziehung ist schwedisch, und vermutlich mache ich auch deswegen etwas in meinen Entwürfen, das schwedisch ist. Aber weder weiß ich, was das sein soll, noch empfinde ich mich als schwedischer Designer. Ich bin in keinem Gruppenforum zu diesem Thema organisiert, noch gehe ich zu irgendwelchen Gesprächsrunden. Wahrscheinlich entfremde ich mich bewusst davon, um meine Ruhe zu haben und mich auf meine Arbeit zu konzentrieren. Ich will einen sauberen Schreibtisch, nicht mehr und nicht weniger.

Sie sind omnipräsent mit Acne und gaben in einem Gespräch mit dem Magazin Interview zu Protokoll: »Ich glaube, ich selbst bin ein Idol.« Sind Sie größenwahnsinnig? Um furchtlos zu bleiben in einer Branche, die von Angst getrieben wird?
Ich glaube, da muss ich ehrlich mit mir sein. Ein Grund, warum ich in dieser Industrie bin, ist, dass ich immer auch den
Hang besaß, mich selbst darzustellen zu wollen. Wer ängstlich ist, limitiert sein Design. Dort draußen gibt es eine Menge Kreativer, die zu viel Angst davor haben, auszudrücken was wirklich in ihnen vorgeht und bekommen so niemals die Möglichkeit, ihre Ideen zu präsentieren. Das ist traurig. Man muss Risiken eingehen und böse sein, um gut zu sein.

Vollständiger Artikel als PDF: “Acne, Money and Beautiful Things”, Style & The Family Tunes 04/2010




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